Wie können Banken Kreditausfälle möglichst verhindern?
Die globale Wirtschaft befindet sich in ihrer schwersten Krise seit der Großen Depression der 1930er Jahre. Rezessionen führen dabei immer auch zu einem Anstieg von Insolvenzen und damit zu verstärkten Ausfällen von Krediten im Bereich der Privatkunden sowie der Geschäftskunden. Die Finanzbranche spricht hier deshalb auch von faulen Krediten.
Um schon im Vorfeld die Risiken fauler Kredite begrenzt zu halten, greifen Banken innerhalb ihres Prozesses zur Entscheidung über die Kreditvergabe auf so genannte Scoringverfahren zurück, um die Bonität des nachfragenden Kreditnehmers möglichst treffend ermitteln zu können. Ein Kreditscoring kann hierbei auf Grundlage von internen oder externen Scores beruhen. Während bei internen Scores Banken ihre eigenen Daten über den Kunden und damit auch die gemeinsame Historie verarbeiten, werden bei externen Scores externe Daten benutzt.
Unterschiede bezüglich des Inputs ergeben sich in Hinsicht auf die Zugehörigkeit des Kreditnehmers. Bei Privatkunden werden auf Basis von verschiedenen Merkmalen des Kreditnehmers (bspw. Wohnort, Beruf, Alter oder Schufaeinträge) Punkte vergeben. Diese Punkte werden dann zu einer Note (Bonitätsnote) zusammengefasst, welche als Grundlage sowohl der Kreditentscheidung an sich als auch der Festlegung der Zinssätze und der Volumnia dient.
Im Geschäftskundenbereich ähnelt die Vorgehensweise der Banken bei ihren internen Scoringverfahren stark dem der Ratingagenturen. Hier stehen vor allem die Analyse des Jahresabschlusses sowie die Zukunftschancen des Geschäftsmodells im Fokus des Interesses.
Interne und externe Scoringverfahren führen nicht immer zwangsläufig zum gleichen Ergebnis, da sich Unterschiede sowohl beim Input selbst als auch bei der Verarbeitung der Informationen und der Wahl der Analyseverfahren ergeben können.
Die Banken nutzen neben dem Kreditscoring noch andere Möglichkeiten, um Kreditausfälle möglichst gering zu halten. Zwei dieser Möglichkeiten sind im Zuge der amerikanischen Immobilienkrise stark in die Kritik geraten: die Verbriefung von Krediten und der Einsatz von Credit Default Swaps. Bei der Verbriefung von Krediten werden Kredite vergleichbarer Qualität in einem Pool gesammelt und als Bündel mit einem Abschlag weiterverkauft. Damit fallen die Kredite aus der Bilanz der Bank heraus und sie ist auch nicht von möglichen Kreditausfällen innerhalb des verkauften Pools betroffen. Ein Credit Default Swap ist ein Kreditderivat und dient als eine Art Versicherung gegen Kreditausfälle. Hier bleiben die Kredite zwar in der Bilanz der Bank, allerdings haftet der Verkäufer des Credit Default Swaps für Kreditausfälle.
