Kreditvaluta
Die Kreditvaluta ist der Wert, zu dem ein Kredit zu Beginn ausgezahlt wird und bezeichnet des weiteren den Betrag, den die Kreditnehmer nach einer gewissen Zeit oder zu einem bestimmten Zeitpunkt noch zurückzahlen müssen. Dabei ist die Kreditvaluta bei Konsumkrediten eher uninteressant. Denn die Kreditsumme hält sich eher in bescheidenen Grenzen und ist in der Regel binnen weniger Monate getilgt. Aber dennoch kann auch bei diesen Kleinkrediten die Kreditvaluta festgestellt werden und wird außerdem bei fortschreitender Zahlung immer niedriger. Denn bei Krediten dieser Art handelt es sich um allgemeine Annuitätendarlehen mit Zins- und Tilgungsleistungen. Während zu Beginn der Zinsanteil sehr hoch ist, verringert er sich mit jeder Rate. Am Ende ist der Tilgungsanteil höher als der Zinsanteil und die Kreditvaluta ist irgendwann bei null.
Etwas anders ist es bei Krediten mit einer anfänglichen Festzinsvereinbarung. So sind beispielsweise Immobilienkredite nicht binnen weniger Monate getilgt, sondern es sind zuweilen 30 Jahre und länger für die vollständige Abzahlung notwendig. Allerdings ist nur eine gewisse Zeit der Laufzeit der Zinssatz gesichert, sodass - meist nach zehn Jahren - eine Anschlussfinanzierung erforderlich ist zu den dann geltenden Zinskonditionen. Dann ist auch die Kreditvaluta interessant, über die die neue Finanzierung dann abgeschlossen wird. Denn auch Immobilienkredite sind in der Regel Annuitätendarlehen mit Zinszahlungen und einem festen Tilgungssatz, sodass sich die Kreditsumme nach zehn Jahren schon ein wenig reduziert hat.
Es gibt aber auch Finanzierungsmodelle, bei denen die Kreditvaluta sich während der Laufzeit nicht verringert, weil die Vereinbarung dergestalt getroffen wurde, dass lediglich die Zinsen gezahlt werden und die Tilgung später erfolgt. Das können Vorausdarlehen bei Bausparverträgen sein aber auch Darlehen über eine Lebensversicherung, bei denen die auszuzahlende Lebensversicherung dann für die Tilgung quasi in einer Summe bereitgestellt wird.
